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  • Keine Mitschuld ohne Helm

    Das Oberlandesgericht Nürnberg hat entschieden, dass man keine Mitschuld trägt, wenn man als Radfahrer:in übersehen und ohne Helm in einen Unfall verwickelt wird. Es ist tagsüber ein erheblich fahrlässiges Verhalten des/der Autofahrer:in und somit müssen alle Folgekosten auch beglichen werden. Das Aktenzeichen dazu ist Az 13 U 1187/20. So zu lesen bei heise.de und beim Weser-Kurier.
    Grundsätzlich ist das Thema bereits schon höchstrichterlich geklärt, wie der BGH in seiner Entscheidung vom 17.06.2014 – VI ZR 281/13 feststellte (Details dazu).

  • Das Richtige richtig machen

    Es ist nicht ganz einfach, von Anfang an alles richtig zu machen. Dieser englische Artikel auf fastcompany.com beschreibt, dass es auf dem Weg dorthin fünf Stufen gibt:

    • das Falsche machen
    • das Falsche „besser“ machen
    • irgendwie zwischen dem Falschen und dem Richtigen pendeln
    • das Richtige noch eher falsch machen
    • das Richtige konsequent richtig umsetzen
  • Radfahrer geben mehr Geld aus

    Es wird immer wieder behauptet, dass viele Auto-Parkplätze wichtig für das Geschäft des lokalen Einzelhandels wären. Das ist aber falsch!
    Jede Stadt, die Änderungen an ihrer Infrastruktur vornimmt und diese Änderungen wissenschaftlich untersuchen lässt, kommt zum Gegenteil: Radfahrer:innen geben mehr Geld in den lokalen Geschäften aus. So auch wieder in London. Nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer:innen geben 40% mehr Geld im lokalen Einzelhandel aus und wenn man die Straßen so gestaltet, dass man sich dort gerne aufhält, sind auch doppelt so viele Menschen dort unterwegs. Hier der (englische) Artikel auf forbes, inkl. einem Link zur grafisch gut aufbereiteten Zusammenfassung der Studie bei TfL (Transport for London). In diesem Blog-Beitrag findet man auch noch die Original-Studie.

  • Duisburg: neue Radboxen

    In der Stadt Duisburg wurden die ersten neue Radboxen aufgestellt. Sie stehen primär an Kontaktpunkten zum ÖPNV und sollen in der nächsten Zeit noch erweitert werden. Im kompletten VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) gibt es aktuell über 900 dieser Boxen, die man sich für einzelne Tage, aber auch Monats- oder Jahresweise mieten kann.
    Die Stadt hat es über ihre Social-Media Kanäle verteilt (z.B. twitter); alle weiteren Infos gibt es auf der eigens eingerichteten Webseite Dein-Radschloss.

  • Bologna: Belohnung fürs Radfahren

    In der italienischen Stadt Bologna wurde 2017 und 2018 die App Bella Mossa getestet. Mit dieser konnte man seine nachhaltige Mobilität (Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Bus) aufzeichnen und sammelte damit Punkte. Diese konnte man in über 100 lokalen Geschäften z.B. gegen Eis oder Kinokarten eintauschen. Es beteiligten sich über 20.000 Menschen, die dadurch in kurzer Zeit ca. 750to CO2 einsparten (mit einem Video der BBC). Auch das World Economic Forum hat darüber berichtet und es ist eine der 101 Ideen für nachhaltigen Tourismus.

  • Platz- und Geldverschwendung durch Parken

    Eine Studie aus den USA, im Auftrag des „Research Institute for Housing America“, hat diverse Datenquellen genutzt, um die Anzahl der Parkplätze in fünf US-Amerikanischen Städten zu berechnen. Dazu haben sie weitere Daten erhoben, mit denen sie dann u.a. die Kosten berechnen konnten, die von der Gesellschaft pro Haushalt für einen solchen Parkplatz getragen werden. Der traurige Spitzenreiter ist Jackson, WY mit über $190.000! Dort gibt es 100.000 Parkplätze für 10.000 Einwohner:innen.
    Der (englische) Artikel beim Bloomberg citylab fasst alles gut bebildert zusammen und beinhaltet auch den Link auf die 45-seitige Studie.
    Mit einem Satz zusammengefasst: „Amerika widmet viel zu viele seiner kostbaren Ressourcen dem [Auto-] Parken.

  • Interview zu Fahrradstraßen

    In diesem Interview mit Münchens Radverkehrsbeauftragtem Florian Paul wird dargestellt, wie die Situation auf den 62 Münchener Fahrradstraßen aussieht. Kurz gesagt: „Fahrradstraßen sind ein wichtiger Baustein, um den Radfahrern zu signalisieren: Ihr seid wichtig, ihr bekommt Platz.“ Nebenbei ist München die deutsche Stadt mit den meisten Fahrradstraßen.
    Link zur Süddeutschen Zeitung.

  • Tägliches Radfahren senkt den BMI

    Die belgische Hasselt Universität und das Flemish Institute for Technological Research haben in ihrem PASTA-Projekt den Einfluss von verschiedenen Mobilitätsarten auf den BMI untersucht. Menschen, die täglich mit dem Rad unterwegs sind, haben den niedrigsten BMI, Autofahrer:innen den höchsten. Die Langzeit-Studie beobachtete 2.000 Menschen in sieben europäischen Städten. Autofahrende Männer, die aufs Fahrrad umsteigen, verloren im Durchschnitt 0,75kg und senkten ihren BMI um 0,24.
    Die Zusammenfassung der Studie ist bei ScienceDirect zu sehen, hier kann sie komplett heruntergeladen werden. Die Schlussfolgerung ist daher, dass Städte fahrradfreundlicher werden sollen. Dazu gibt es vom PASTA-Projekt ein Handbuch zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs.

  • £8.000 Kosten pro Auto in London

    Umgerechnet etwas über 9.000€ Kosten fallen für den englischen NHS „National Health Service“ (deren staatliches Gesundheitssystem) und die britische Gesellschaft an – und zwar für jedes einzelne Auto über dessen Lebenszeit. Der Beitrag von Diesel-Verbrennern ist daran mindestens fünfmal so hoch wie durch Benziner und 20x so hoch, wie durch Elektroautos.
    Weitere Fakten zur Studie gibt es in einem (englischen) Artikel des Independent. Die komplette Studie steht auch bei den Universitäten von Bath und Oxford als Download zur Verfügung.

  • São Paulo & Fortaleza: Straßenumgestaltungen

    In den brasilianischen Städten São Paulo und Fortaleza wurden Straßen, bzw. Kreuzungen zu sicheren und lebenswerten Orten umgestaltet. In Fortaleza wurde bereits im Jahr 2000 mit einem 15-tägigen Test eine Straße gründlich umgebaut. Parkplätze und Fahrspuren wurden gestrichen und das kam so gut an, dass der Test inzwischen verstetigt wurde, ohne Enddatum. In São Paulo wurde auf einer Kreuzung hauptsächlich mit Farbe der Verkehr deutlich verlangsamt, um einen Sicherheitsgewinn zu erreichen. In dem englischen Artikel werden beide Interventionen genauer beschrieben und man sieht auch gute vorher/nachher-Fotos.